Jacobson'sche Waisenhausanstalt
Im Januar 1850 erwarb Meyer Jacobson (geb. 1789 in Halberstadt, gest. 1877 in London), Sohn Israel Jacobsons Sohn, das Haus und Grundstück des Instrumentenmachers Heinrich Engelhardt Steinweg. Durch Hinzukauf weiterer Gartengrundstücke entstand und eröffnete 1851 die Waisenhausanstalt in Seesen.
Hier wurden Kinder zwischen 6 bis 14 Jahren aufgenommen. Ein Viertel der Anstaltsplätze stand selbstverständlich auch nicht-jüdischen Kindern offen, ganz den Jacobson’schen Idealen verbunden. Nach dem Abriss der alten Gebäude Ende des 19 Jh. erhielt das Waisenhaus ein neues Gebäude in der Lautenthaler Straße an der Ecke zur heutigen Waisenhausstraße.
Nachdem die Waisenanstalt aus finanziellen Gründen schließen musste, wurde das Haus vom Reichsausschuss der jüdischen Jugendverbände übernommen und in ein Landjugendheim umgewandelt. Später wurden hier die Berufsschulen eingerichtet. Heute wird das Gebäude weiterhin unter dem Namen "Sehusa Schule" als schulische Einrichtung genutzt.
Auf Grund seiner Verdienste wird Meyer Jacobson zum Ehrenbürger der Stadt Seesen ernannt.
Für die letzte Hausmutter und den Leiter der Waisenhausanstalt, das Ehepaar Plaut, sind in der Lautenthaler Straße 49 Stolpersteine verlegt. Johanne Plaut ist eine geborene Hamm, Tochter des Tierarztes Wolf Hamm und dessen Ehefrau Charlotte Thekla Hamm geb. Kohlberg (geb. 1828 in Herstelle, gest. Seesen 1915).