Israel Jacobson
Israel Jacobson (bis 1808 Isrel ben Jacob, geboren 1768 in Halberstadt; gestorben 1828 in Berlin) war ein jüdischer Kaufmann, Bankier und herzoglicher Kammeragent im Herzogtum Braunschweig. Er gilt als einer der Begründer des Reformjudentums in Deutschland.
Jacobson wurde 1768 als einziger Sohn des vermögenden Kaufmanns und Vorstehers der jüdischen Gemeinde in Halberstadt Israel Jacob (1729–1803) geboren. Trotz seiner konserativen Erziehung begeisterte er sich für die Schriften der Aufklärung (jüd.: Haskala) und in besonderem Maße für Moses Medelsohn und Gotthold Ephraim Lessing. Im Alter von 19 Jahren heiratete er Minna Samson (22. Dezember 1767–4. Februar 1819), die Tochter des braunschweigischen Hoffaktors („Kammeragenten“) Herz Samson (1738–1794). Zwei Söhne werden innerhalb dieser Ehepartnerschaft geboren: Meyer Jacobson (geb. 1789 in Halberstadt, gest. 1877 in London) und Hermann Jacobson (geb. 1801 in Halberstadt, gest. 1890 in Berlin). Nach dem Tod seines Schwiegervaters übernahm Jacobson sowohl dessen Bankgeschäfte als auch seine Aufgaben als Landesrabbiner des braunschweigischen Weserdistrikts. In dieser Funktion wurde er mit dem desolaten Zustand des jüdischen Schulwesens konfrontiert und errichtete 1801 in Seesen die Jacobsonschule, die 1804 bereits 46 jüdische Schüler zählte. Ab 1805 wurden auch christliche Kinder aufgenommen, die bei freier Kost und Unterkunft gemeinsam mit den jüdischen Kindern unterrichtet wurden. 1810 ließ Jacobson auf dem Schulgelände die weltweit erste Reform-Synagoge (Jacobstempel) erbauen. Sie war mit einer Orgel ausgestattet, damals eine Neuheit und verfügte über eine geöffnete Frauenempore. Neben hebräischen Gebeten führte Jacobson hier auch deutschsprachige Gebete und Predigten ein.
1809 erwarb Israel Jacobson das Kloster Wöltingerode, richtete hier seinen Wohnsitz ein und verblieb hier bis zum Sturz Jérôme Bonapartes. Seit 1813 lebte Jacobson in Berlin. Er starb im Jahre 1828 in Berlin und wurde auf dem jüdischen Friedhof an der Schönhauser Allee beigesetzt. Das Grab ist erhalten.