Geschäftshaus Familie Hirsch Hamm

Hirsch Hamm (geb. 1790, gest. 1879) war von 1803-1805 Schüler der Jacobsonschule. Ab 1813 war er als Kriegsfreiwilliger in einem prueßischen Regiment und im Kampf gegen die napoleonischen Truppen im Einsatz. Hirsch Hamm war bis 1819 Soldat. Seit 1826 versuchte er zunächst vergeblich das Ehrenberg'sche Haus (heute Jacobsonstraße 21) zu erwerben. Dies gelang ihm erst 1829. Er betrieb einen Manufakturwarenhandel und erhielt schließlich 1836 die Konzession für Ellenhandel, ab 1852 auch für Wollhandel. 
Geschäftshaus Familie Hirsch Hamm ca. 1920 Bild: © Gerhard Ballin, Abb. "Geschichte der Juden in Seesen"
Geschäftshaus Familie Hirsch Hamm ca. 1920

Das Geschäftshaus übernimmt in Folge Julius Hamm (geb. 1832) und schließlich Richard Hamm (geb. 1909). Fast 100 Jahre lang ist das Haus im Besitz der Handels-Familie, bis sich Richard Hamm 1935 genötigt sieht, Haus und Geschäft zu verkaufen. Richard Hamm wandert daraufhin nach Zimbabwe aus. Seine Söhne Gerhard Julius und Horst Friedrich werden aus dem holländischen Exil nach Auschwitz deportiert und ermordert.

Das Haus, indem die Familie Hamm lebte, ist erhalten und wird heute als Restaurant betrieben.

Jacobsonstraße 21 im Jahr 2024 Bild: © Stadt Seesen
Jacobsonstraße 21 im Jahr 2024
Quelle: Joachim Frassl aus „Haus der Ewigkeit“ – Der Jüdische Friedhof in Seesen, hrsg. Von der Stadt Seesen